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	<description>Das Blog des IG-BCE-Mitgliedermagazins</description>
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		<title>»Ergebnis harter Arbeit«</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 11:29:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>julia.osterwald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gewerkschaftliche Forderungen sind überzogen und jenseits der Realität: Über viele Jahre hinweg war dies der Grundton in der Berichterstattung. Doch die Zeiten ändern sich, das zeigt ein Gang durch den deutschen Blätterwald. Wir haben ihn durchforstet. Frankfurter Allgemeine Zeitung »Gewerkschaften im Aufwind« titelt die Frankfurter Allgemeine und geht auf Ursachensuche: »In der Tat hat ausgerechnet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gewerkschaftliche Forderungen sind überzogen und jenseits der Realität: Über viele Jahre hinweg war dies der Grundton in der Berichterstattung. Doch die Zeiten ändern sich, das zeigt ein Gang durch den deutschen Blätterwald. Wir haben ihn durchforstet.</strong></p>
<p><span id="more-3120"></span></p>
<p><strong>Frankfurter Allgemeine Zeitung</strong></p>
<p>»Gewerkschaften im Aufwind« titelt die Frankfurter Allgemeine und geht auf Ursachensuche: »In der Tat hat ausgerechnet die schwerste Wirtschaftskrise seit dem Zweiten Weltkrieg die Auferstehung der Gewerkschaften beschleunigt. Ihr Krisenmanagement hat sie salonfähig gemacht, denn vor allem die Industriegewerkschaften haben gemeinsam mit den Arbeitgebern versucht, Arbeitsplätze zu retten.« Der Ruf der Gewerkschaften »hat sich gewaltig verbessert«.</p>
<p><strong>BILD</strong></p>
<p>Ähnlich argumentiert die Bild und hält fest, dass kein anderes Land so gut durch die Wirtschaftskrise gekommen ist wie Deutschland und kommentiert: »Das alles ist kein ›Wunder‹, sondern Ergebnis harter Arbeit. Unsere Arbeitnehmer haben in der Krise Kurzarbeit auf sich genommen und beim Aufschwung in die Hände gespuckt. (. . .) Den Helden des Aufschwungs steht eine Prämie zu. Wann eigentlich, wenn nicht jetzt?«</p>
<p><strong>Rheinpfalz Zeitung</strong></p>
<p>Die Rheinpfalz unterstreicht, dass in der »Industrie die schwere Wirtschaftskrise in großen Teilen überwunden ist, viele Unternehmen schreiben gute, zum Teil glänzende Geschäftszahlen, was auch Raum für höhere Einkommen eröffnet. Hinzu kommt, dass die Lohnkosten in der hoch technisierten, durchrationalisierten Industrie nicht (mehr) eine so große Rolle spielen. In der Chemie liegt der Lohnkostenanteil am Umsatz bei 12,4 Prozent (2011).«</p>
<p>Produktion und Umsatz auf Rekordniveau, die Gewinne sprudeln – klar, dass nach einer Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in den Chefetagen eine »ausgesprochen gute« Stimmung herrscht. Dies gilt vor allem für die Autoindustrie und den Maschinenbau, aber auch die aktuelle Geschäftslage in der chemischen Industrie schätzt das arbeitgebernahe IW als ebenso positiv ein wie die starken Jahre 2006/07. »Dazu passen«, hält der Tagesspiegel fest, »die Maßhalteappelle, mit denen die Arbeitgeber gerne Tarifrunden garnieren, eher schlecht.«</p>
<p><strong>manager magazin</strong></p>
<p>Das manager magazin analysiert die Wirtschaftsaussichten und fasst zusammen: »Die gängigen Konjunkturprognosen sind viel zu pessimistisch, jedenfalls für Deutschland. Wir stecken in einer Wachstumsdynamik, die noch lange nicht zu Ende ist.«</p>
<p><strong>Financial Times</strong></p>
<p>Die Financial Times beschäftigt sich mit dem neoliberalen Glaubensbekenntnis, dass niedrige Entgelte Jobs sichern und neue schaffen würden und kommt zu dem Schluss: »Eine gute Konjunktur wirkt mehr Wunder als ein Zehntel zusätzliche Lohnmäßigung.«</p>
<p><strong>Berliner Zeitung</strong></p>
<p>Nach Auffassung der Berliner Zeitung sind »auch aus volkswirtschaftlicher Sicht höhere Löhne sinnvoll. Denn wenn Deutschlands Wirtschaft in naher Zukunft weiter wachsen soll, dann muss sie unabhängiger werden von den internationalen Turbulenzen. Die Nachfrage im Inland muss steigen.«</p>
<p><strong>Süddeutsche Zeitung</strong></p>
<p>Spielräume für eine kräftige Lohnerhöhung sind vorhanden, von allein allerdings wird sich nichts tun. Prozente fallen nicht vom Himmel. »Am Ende jedoch«, schreibt die Süddeutsche Zeitung, »sind Machtverhältnisse entscheidend. Wo die Gewerkschaften viele Mitglieder haben und eine gewisse gesellschaftliche Rückendeckung verspüren, da setzen sie viel durch.« </p>
<p><em>Zusammengestellt von: Michael Denecke</em></p>
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		<title>Flexibel wie Beton</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 11:26:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>julia.osterwald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[»Wir verdienen mehr« – unter diesem Motto läuft die Chemietarifrunde 2012. Es geht um mehr Geld in den Portemonnaies, eine Erhöhung der Entgelte um sechs Prozent ist angemessen und realistisch. Zugleich müssen Antworten auf den demografischen Wandel gefunden werden. Es kommt darauf an, für gute und gesunde Arbeit zu sorgen. Doch die Arbeitgeber mauern. Schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-large wp-image-3109" title="Sechs Prozent mehr sollen es für die Beschäftigten der chemischen Industrie sein." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/12_A_Roche_151-1024x682.jpg" alt="" /></strong></p>
<p><strong>»Wir verdienen mehr« – unter diesem Motto läuft die Chemietarifrunde 2012. Es geht um mehr Geld in den Portemonnaies, eine Erhöhung der Entgelte um sechs Prozent ist angemessen und realistisch. Zugleich müssen Antworten auf den demografischen Wandel gefunden werden. Es kommt darauf an, für gute und gesunde Arbeit zu sorgen. Doch die Arbeitgeber mauern.</strong></p>
<p><span id="more-2989"></span></p>
<p>Schon im Vorfeld versuchten die Chemiearbeitgeber nach allen Regeln der Kunst ein dunkles Bild der wirtschaftlichen Situation zu malen. Da war von »Stagnation«, »Unsicherheit« wegen der Schuldenkrise und »konjunktureller Abschwächung« die Rede. Keine Überraschung also, dass in den Verhandlungen dann weiter vorwiegend in düsteren Farben gepinselt wurde. Doch alle Schwarzmalerei kann nicht vertuschen: 2011 war ein Rekordjahr für die chemische Industrie.</p>
<p><strong>Mit Begriffen wie »Spitzenzahlen«, »Rekordjahr« und »Höchstwerten« betiteteln die Zeitungen die Lage der großen Chemie-Betriebe</strong></p>
<p>Das zeigen auch die in diesem Frühjahr vorgelegten Bilanzen der großen Unternehmen. In der Berichterstattung herrschen die Superlative, »Spitzenzahlen«, »Rekordjahr«, »Höchstwerte«, »Allzeithoch« – das sind die Begriffe, mit denen die Wirtschaftsredaktionen von Süddeutsche Zeitung bis Financial Times (<a href="http://www.kompakt.igbce.de/?p=3120&amp;preview=true" target="_blank">hier</a> findet ihr einen Überblick über die Stimmung in den Medien) die Lage kennzeichnen. So sind denn auch die Aktionäre bester Laune. Kein Wunder, denn die 30 Dax-Unternehmen wollen in diesem Jahr insgesamt über 26 Milliarden Euro ausschütten, die Dividenden erreichen damit fast wieder Vorkrisenniveau.</p>
<p>Ganz vorn rangiert die chemische Industrie, keine Branche überweist mehr Geld an die Anteilseigner. Die Aktionäre von Bayer, BASF und den anderen Großunternehmen können sich über 4,3 Milliarden Euro freuen. Ein Ende der Fahnenstange ist nicht in Sicht. Volker Sack, Analyst der Nord/LB, geht davon aus, dass mehr als die Hälfte der Dax-Konzerne 2013 für das aktuelle Geschäftsjahr eine höhere Dividende zahlen und die anderen Unternehmen ihre Ausschüttungen zumindest stabil halten werden.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3111" title="Der Export in der chemischen Industrie brummt." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/Roche_13-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Über solche Aussichten gerät Marc Tüngler geradezu ins Schwärmen. »Die Unternehmen haben zu einem Höhenflug angesetzt wie einst Phönix aus der Asche«, sagt der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz in einem Gespräch mit der Frankfurter Rundschau. Nach einem blendenden Jahr 2011 prognostizierten nicht wenige Volkswirtschaftler ein deutlich schwächeres 2012, doch es geht weiter auf hohem Niveau.</p>
<p>In den Chefetagen jedenfalls ist Optimismus Trumpf. So erwarten nach einer Umfrage des Handelsblatt drei Viertel der Chemiemanager, dass ihre Lage »gleich gut« bleiben oder sich noch weiter »verbessern« werde.</p>
<p><strong>Auch der Export brummt</strong></p>
<p>Die chemische Industrie zählt zu den Branchen, die im besonderen Maß vom Export abhängig sind. Und der Export brummt. Ingesamt stieg die Warenausfuhr im Februar im Vergleich zum Vormonat um 1,6 Prozent, eine »über-raschende Belebung«, findet die Frankfurter Allgemeine. Verglichen mit dem Februar 2011 erhöhte sichder Export um satte 8,6 Prozent. »Die deutschen Exporte stehen im laufenden Jahr vor einem neuen Allzeithoch«, stellt Anton Börner fest.</p>
<p>Der Präsident des Bundesverbandes Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) weist zugleich darauf hin, dass auch die Einfuhr kräftig anziehe. Deshalb werde Deutschland »erstmals in seiner Geschichte ein Außenhandelsvolumen von zwei Billionen Euro« erzielen. Zwei Billionen, das sind 2000 Milliarden, in Zahlen: 2 000 000 000 000 Euro. Gerade haben die führenden Forschungsinstitute ihr Frühjahrsgutachten vorgelegt – und die Prognosen erneut nach oben korrigiert.</p>
<p>Die Wirtschaft bewegt sich auf Wachstumskurs, zugleich sinken die Arbeitslosenzahlen.Doch die ökonomischen Rahmendaten und Kennziffern nehmen die Chemiearbeitgeber schlicht nicht angemessen zur Kenntnis. Anders ist es jedenfalls nicht zu erklären, dass sie die Sechs-Prozent-Forderung mit schlanker Hand<br />
als »nicht realistisch« abqualifizieren. Nüchtern merkte IG-BCE-Verhandlungsführer Peter Hausmann an, dass die Chemiearbeitgeber »offenbar den Kontakt zur Wirklichkeit« verloren haben.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3112" title="Bisher sind die Angebote der Arbeitgeber eines: Unzureichend." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/Roche_16-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Ein beziffertes Angebot haben die Arbeitgeber in keinem Tarifbezirk auf den Tisch gelegt. Wie erwartet legten sie stattdessen eine außerordentlich vornehme Zurückhaltung an den Tag. Auch im zweiten Themenkomplex dieser Tarifrunde hat es noch keine fassbaren Annäherungen gegeben. Die IG BCE will den demografischen Wandel gestalten, Vogel-Strauß-Politik hilft hier gewiss nicht weiter. Weniger junge Leute und insgesamt älter werdende Belegschaften stellen die Betriebe vor enorme Herausforderungen – der Arbeitsalltag wird sich ändern, so oder so.</p>
<p><strong>Gute und gesunde Arbeit muss sein</strong></p>
<p>»Es wird stärker denn je darauf ankommen«, unterstreicht Peter Hausmann, »für gute und gesunde Arbeit zu sorgen.« Dabei braucht die IG BCE nicht bei null anzufangen, sondern kann auf den 2008 abgeschlossenen Tarifvertrag »Lebensarbeitszeit und Demografie« aufbauen. In diesem Abkommen ist festgelegt, dass in den 1900 deutschen Chemiebetrieben ein Demografiefonds eingerichtet wird.</p>
<p>Dieser Fonds wird vom Arbeitgeber gespeist, ursprünglich mit 300 Euro pro Beschäftigtem und Jahr. Der Betrag ist allerdings dynamisiert, er steigt entsprechend den tariflichen Entgelterhöhungen. So werden heute bereits 312,30 Euro gezahlt. Dieses Geld kann in verschiedene Maßnahmen gesteckt werden, in zwei Dritteln der Betriebe wird der Demografiebeitrag für die zusätzliche Altersvorsorge verwendet. Dies ist ein ganz wichtiger erster Schritt, doch weitere müssen folgen.</p>
<p>Die Belastungen und Anforderungen in den unterschiedlichen Berufen und Tätigkeitsfeldern sind keineswegs gleich. Um gesund die Rente erreichen zu können, muss also für Entlastungen gesorgt werden. Es geht hier um eine alters- und alternsgerechte Gestaltung der Arbeitsplätze und um zeitliche Entlastungen. Deshalb drängt die IG BCE auf bessere Teilzeitbedingungen, insbesondere für Ältere.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3110" title="2011 war ein Rekordjahr für die chemische Industrie." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/Roche_08-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Es kommt darauf an, flexible und passgenaue Modelle für den Übergang in den Ruhestand auf den Weg zu bringen. Und zwar bei einem stabilem Einkommen. Auch für Schichtarbeiter und andere besonders belastete Gruppen steht die Frage nach Entlastungsmöglichkeiten auf der Tagesordnung.</p>
<p>Vor einem Mangel an Fachkräften warnt, wie viele andere Branchen, auch die chemische Industrie. Die IG BCE teilt diese Auffassung. Es reicht jedoch nicht aus, nur zu jammern und zu klagen. Es muss gegengesteuert werden. Erforderlich aus gewerkschaftlicher Sicht ist es, einen roten Faden für Berufseinsteiger zu entwickeln. Dazu gehört zunächst, verstärkt in Programme wie »Start in den Beruf« zu investieren. Zugleich muss das erreichte hohe Niveau der Ausbildungsplätze beibehalten werden.</p>
<p>Die Attraktivität der Arbeitsbedingungen und die Perspektiven entscheiden in hohem Maß über die Berufswahl. Die Übernahme nach der Ausbildung ist dabei ein zentraler Punkt. In diesen Zusammenhang gehört auch, Qualifizierung, Beratung und Coaching für die weitere Berufsausbildung auf eine solide Grundlage zu stellen.<br />
Und nicht zuletzt geht es darum, Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen. Auch hier sind zeitliche Entlastungen für arbeitende Mütter und Väter überfällig; dies gilt gleichermaßen, werden Angehörige gepflegt.</p>
<p><strong>Die gesamte Gesellschaft muss den demografischen Wandel bewältigen</strong></p>
<p>Der demografische Wandel ist kein Thema, das nur eine bestimmte Altersgruppe angeht, diese Herausforderung kann nur von der Gesellschaft insgesamt bewältigt werden. »Wir müssen umdenken und vom Verschleiß der Arbeitskraft zur Förderung der Gesundheit kommen«, sagt der IG-BCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis und fügt hinzu: »Die alternde Gesellschaft als Projekt zur Humanisierung – das ist unsere große Chance.«</p>
<p>Doch die Vorstellungen der Chemiearbeitgeber weisen in eine ganz andere Richtung. Sie wollen das Demografieproblem mit einer Ausdehnung des Arbeitszeitvolumens in den Griff bekommen. Kaum verhüllt wird von einer Rückkehr zur 40-Stunden-Woche gesprochen und werden die Altersfreizeiten infrage gestellt. Die Wochenarbeitszeit beträgt 37,5 Stunden. Aus guten Gründen arbeiten Beschäftigte vom 57. Lebensjahr an 2,5 Stunden weniger, für über 55-jährige Schichtarbeiter wird die Arbeitszeit um 3,5 Stunden verringert.</p>
<p>Doch davon will Hans-Carsten Hansen nichts mehr wissen. »Diese Regelungen«, behauptet der Verhandlungsführer der Chemiearbeitgeber, »passen so nicht mehr in die Zeit.« Die Antwort des IG-BCE-Tarifpolitikers Peter Hausmann fällt entsprechend deutlich aus: »Eine Ausdehnung der Arbeitszeiten kommt nicht in die Tüte, das können sich die Arbeitgeber abschminken. Es geht um Entlastung, nicht um zusätzliche Belastung.«</p>
<p>Die Tarifverhandlungen für die 550 000 Chemiebeschäftigten werden am 7. Mai in Hannover fortgesetzt. Der ersten Runde auf Bundesebene kommt nach dem bisherigen Gesprächsverlauf ein besonderes Gewicht zu. »Wir erwarten«, unterstreicht Peter Hausmann, »eine Klärung der Grundfragen. Dies gilt insbesondere für den Komplex Demografie. Um eine Lösung finden zu können, werden sich die Arbeitgeber erheblich bewegen müssen.«</p>
<p><em>Autor: Michael Denecke, Fotos: Thorsten Jochim</em></p>
<p><strong>Leitplanken</strong></p>
<p><em>Einstimmig hat die gewerkschaftliche Bundestarifkommission Anfang April in Hannover die Forderung für die Chemierunde 2012 beschlossen. Der Drei-Punkte-Katalog im Wortlaut:</em></p>
<p><em>1. Die<strong> Entgelte und Ausbildungsvergütungen</strong> sollen <strong>um sechs Prozent erhöht</strong> werden.</em></p>
<p><em>2. Die<strong> Laufzeit der neuen Tarifverträge</strong> soll<strong> zwölf Monate</strong> betragen.</em></p>
<p><em>3. Der <strong>Tarifvertrag »Lebensarbeitszeit und Demografie«</strong> soll <strong>weiterentwickelt</strong> werden. Schwerpunkte liegen bei der zeitlichen Entlastung in bestimmten Lebensphasen und bei der Gestaltung attraktiver Arbeitsbedingungen insbesondere für Berufseinsteiger.</em></p>
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		<title>Mit dem Rad um die Welt</title>
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		<pubDate>Mon, 07 May 2012 10:12:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sarah Heidel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als in Kenia plötzlich vier junge Männer mit Macheten vor uns standen, dachten wir: Jetzt ist es vorbei.« Dass Wilfried Hofmann diese Geschichte heute mit einem Lächeln erzählen kann, hat vor allem damit zu tun, »dass wir ein riesiges Glück hatten«. Vier Jahre waren er und seine Frau mit Fahrrädern unterwegs.»Gereist sind wir eigentlich schon [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a rel="attachment wp-att-3138" href="http://www.kompakt.igbce.de/2012/05/07/mit-dem-rad-um-die-welt/30_a_hahn-im-wuestenkorb-oman-2007/"><img class="aligncenter size-large wp-image-3138" title="Hahn im Wüstenkorb Oman: Wilfried Hofmann radelte um die Welt, Foto: privat" src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/30_A_Hahn-im-Wuestenkorb-Oman-2007-1024x768.jpg" alt="" /></a></p>
<p>Als in Kenia plötzlich vier junge Männer mit Macheten vor uns standen, dachten wir: Jetzt ist es vorbei.« Dass Wilfried Hofmann diese Geschichte heute mit einem Lächeln erzählen kann, hat vor allem damit zu tun, »dass wir ein riesiges Glück hatten«. Vier Jahre waren er und seine Frau mit Fahrrädern unterwegs.<span id="more-3136"></span>»Gereist sind wir eigentlich schon immer gern«, erinnert sich Wilfried Hofmann. 35 Jahre arbeitete er in der Thüringer Elektrokeramik Sonneberg (EKS) GmbH. Schon als ihre Söhne noch klein waren, reisten die Hofmanns in exotische Länder, das Fernweh wurde dann auch an die folgende Generation vererbt. Einer der Söhne lebt heute in Neuseeland. Ihn wollten Hofmanns ursprünglich besuchen. Warum nicht mit Fahrrädern?</p>
<p>Die Entscheidung fiel schnell, die Vorbereitung dauerte dann rund ein halbes Jahr. Im April 2007 ging es los über die Türkei nach Asien. Nach 17 Jahren Tätigkeit als Betriebsrat, Mitglied der Tarifkommission und des IG-BCE-Bezirksvorstandes fiel der Abschied nicht leicht. </p>
<p style="text-align: left;"><img class="alignnone size-large wp-image-3139" title="Wilfried Hofmann in seinem Garten, Foto: Martin Leissl" src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/MG_7337-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p style="text-align: left;">Doch während der vier Jahre im Sattel riss der Kontakt zu den alten Kollegen nie ab. An den politischen Entwicklungen in der Heimat blieben die Hofmanns interessiert – und lernten ganz praktisch kennen, wie unterschiedlich die Bedinungen für Gewerkschaften in anderen Ländern sind.</p>
<p style="text-align: left;">So erlebten sie in Argentinien Demonstrationen der dortigen Gewerkschaften, erfuhren, dass 50-Stunden-Arbeitswochen häufig die Regel sind, Gewerkschaftsmitglieder besonders in südamerikanischen Ländern verfolgt und bedroht werden oder Arbeitnehmervertretungen wie etwa im Oman per Gesetz in Gänze verboten sind.</p>
<p>Die Weltreisenden erlebten in vielen Ländern herzliche Gastfreundschaft. In zahlreichen Familien wurden sie als Nachtgäste aufgenommen, selbst ein Zahnarzt im Iran wollte ihnen nach einer komplizierten Zahnoperation nichts berechnen.</p>
<p><a rel="attachment wp-att-3140" href="http://www.kompakt.igbce.de/2012/05/07/mit-dem-rad-um-die-welt/sie-zeigen-mir-den-richtigen-weg-a%c2%a6ethiopien-2010/"><img class="aligncenter size-large wp-image-3140" title="Sie zeigen mir den richtigen Weg Äthiopien, Foto: privat" src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/Sie-zeigen-mir-den-richtigen-Weg-A¦êthiopien-2010-1024x768.jpg" alt="" /></a></p>
<p>Der Überfall in Kenia endete übrigens nur deshalb glücklich, weil zufällig ein Auto vorbeikam. In dieser Region passiert das nicht allzu oft. Es blieb die einzig wirklich gefährliche Situation.</p>
<p>Geblieben sind dafür unzählige positive Erinnerungen, die Wilfried Hofmann in seinem Buch „Grenzenlos – Mit dem Fahrrad 4 Jahre um die Welt“ verarbeitet hat. Das Buch kann man direkt bei Wilfried Hofmann bestellen – und ihn für einen spannenden Multimediavortrag buchen: <a href="mailto:hoff300355@aol.com">hoffi300355@aol.com</a>.</p>
<p><em>Autor: Jörg Sommer</em></p>
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		<title>Auf der Suche nach dem Sein</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 13:59:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>julia.osterwald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eigens für die Ruhrfestspiele Recklinghausen hat der Luxemburger Autor Nico Helminger ein Theaterstück geschrieben: »Zu schwankender Zeit an schwankendem Ort« fragt nach dem Sinn im Sein. Es handelt von zwölf Menschen auf der Suche nach Identität, zeigt sie darum kämpfen,  den Kampf gewinnen und verlieren. Wir haben die Proben besucht. Ein Mann und eine Frau streiten. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-large wp-image-3038" title="Gibt alles bis zur Erschöpfung: Schauspielerin Brigitte Urhausen." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_3875_square-682x1024.jpg" alt="" /></strong></p>
<p><strong>Eigens für die <a href="http://www.ruhrfestspiele.de/index.php" target="_blank">Ruhrfestspiele Recklinghausen</a></strong><strong> hat der Luxemburger Autor Nico Helminger ein Theaterstück geschrieben: »Zu schwankender Zeit an schwankendem Ort« fragt nach dem Sinn im Sein. Es handelt von zwölf Menschen auf der Suche nach Identität, zeigt sie darum kämpfen,  den Kampf gewinnen und verlieren. Wir haben die Proben besucht.</strong></p>
<p><span id="more-3025"></span><br />
Ein Mann und eine Frau streiten. »Du hattest gesagt: Bleib«, sagt er, vorwurfsvoll, traurig. »Ja, und jetzt sage ich es nicht mehr«, antwortet sie. Ihre Stimme ist hart und bestimmt. »Was soll ich gesagt haben? Dass dies Dein neues Zuhause sei? Und Du hast Dir vorgestellt, dass Du Deine Exotik hier hereinträgst und diese unreine Abgelebte so damit beeindruckst, dass sie für Dich ein besseres Leben bereithält.« Sie lacht abfällig. »Du hasst mich doch! Ihr hasst uns doch alle! Ihr wollt euch doch bloß rächen. Das ist alles.«</p>
<p>Abrupt steht sie auf und beginnt zu tanzen. Immer verzweifelter werden ihre wilden, eckigen Bewegungen, mehr Zuckungen als einem Tanz gleichend. »Ich kann Dir so wenig helfen, wie Du mir helfen kannst. Das musst Du verstehen«, stößt sie mit letzter Kraft hervor. Dann bricht sie erschöpft zusammen.</p>
<p>Der Mann und die Frau sind zwei von zwölf Protagonisten in Helmingers Stück. Alle sind sie irgendwie verloren: auf der Suche nach sich selbst, dem Sinn des Lebens, ihrem Platz in ihm. Sie sind ohnmächtig und stark, gefangen in ihrer jeweiligen Persönlichkeit, die ihnen je nach Situation vertraut oder fremd und beängstigend erscheint.</p>
<p>Sie brauchen den anderen, um ihn mehr oder weniger egoistisch mit ihren Ängsten und Abgründen, ihrer Wut und Verzweiflung, aber auch ihren Sehnsüchten zu konfrontieren. Gleichzeitig wünschen sie sich von ihm Begegnung, Nähe, Körperlichkeit und Kommunikation.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3029" title="Im Dialog: Die Schauspieler Gintare Parulyte (von links) und Nickel Bösenberg." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_3814-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Seit mittlerweile drei Wochen proben Regisseurin Anne Simon und ihre sechs Schauspieler auf der Probebühne des Théâtre Nationale du Luxembourg für die Uraufführung in Recklinghausen. Das Luxemburger Theater ist Kooperationspartner der Ruhrfestspiele, die Helminger mit dem Schreiben des neuen Stückes beauftragt haben. 70 Seiten umfasst das fertige Werk.</p>
<p>An diesem Tag sieht Helminger es zum ersten Mal auf der Bühne. Ein komisches Gefühl? »Nein«, sagt der Autor. »Anne hat schon einmal ein Stück von mir inszeniert. Ich bin gespannt, was sie aus dem Text macht.« Gespannt kann man sein, denn der überlegte 59-Jährige, der seine Sätze bewusst wählt und einen feinen, liebenswerten Humor hat, scheint oberflächlich betrachtet das völlige Gegenteil der jungen, lebhaften und resoluten Regisseurin. »Ich mag, wie sie arbeitet«, sagt Helminger.   </p>
<p>Es ist eine Herausforderung. Denn Helmingers Text hat keine vorgegebende, zwingende Chronologie. Er besteht aus kurzen, scheinbar unzusammenhängenden Szenen, die sich zu einem Gesellschaftsbild mit Lücken verbinden. Es gibt keine feste Abfolge, die Szenen sind austauschbar.</p>
<p>»Das Stück ist eher geschrieben wie Jazz als wie ein klassisches Musikstück«, beschreibt es der Luxemburger. »Es besteht aus vielen Variationen auf ein Thema und bietet Raum für Improvisation.« Das birgt Risiken: »Man kann sich verlieren«, sagt Helminger. Wie im Leben. Helmingers Stück ist ein Spiegel dieser Realität.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3028" title="Der Fremde im Stück: Schauspieler Yannick Géraud." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_3801-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Und Regisseurin Anne Simon hat es sich zusätzlich schwer gemacht, indem sie die im Text angelegten zwölf Personen von nur sechs Schauspielern verkörpern lässt. Dadurch hat nicht nur jeder zwei zu trennende Rollen zu spielen, alle stehen sie auch irgendwie in Beziehung zueinander und ihre Geschichten sind miteinander verflochten. Das sorgt während der Proben für Verwirrung und macht es auch dem Zuschauer nicht leicht, die Handlung zu verfolgen und Figuren auseinanderzuhalten.</p>
<p>Simon sieht die offene Stückanlage als Herausforderung: »Grenzen erleichtern die Arbeit. Aber das Leben verläuft auch nicht stringent auf ein Ziel zu, sondern es hat Höhen und Tiefen. Es folgt einer eigenen Logik, bei der analytisches Verständnis nicht mehr funktioniert«, sagt sie.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3031" title="Sehr konzentriert bei der Sache: Regisseurin Anne Simon." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_3939-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Und als wollte das Leben sofort den Beweis ihrer Worte antreten, stürmt plötzlich eine junge Frau mit Blumenstrauß und einer Flasche Champagner auf die Bühne, drückt der Regisseurin beides in die Hand und umarmt sie unter einem Wortschwall Luxemburgisch. Dann singt sie ihr ein Ständchen. Helminger grinst: »Das habe ich nicht inszeniert.« Nicht? Ach so. Es hätte aber Teil des Stückes sein können, so selbstverständlich wirkte die Szene.</p>
<p>Ein anderes, trauriges Beispiel für die Kehrseite des Lebens sehen wir dann: Auf der Bühne entwickelt sich ein Dialog zwischen einem alten Paar. Sie sind kein Liebes- oder Ehepaar, aber verhalten sich so. Sie leben im selben Heim, das verbindet sie. Er ist hingefallen, sagt es ihr. Sie ist in Gedanken bei ihrem Sohn, der sie zu selten besuchen kommt.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3034" title="Mögen sich und verletzen sich doch: Die Schauspieler Christiane Rausch (von links) und Ulrich Kuhlmann spielen unter anderem zwei Bewohner eines Altenheims." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_3883-682x1024.jpg" alt="" /></p>
<p>Jeder ist gefangen in seinem eigenen Thema, immer wieder entwickelt sich aber doch ein Gespräch. Es wird deutlich: Diese zwei Menschen kennen sich zumindest so gut, dass sie wissen, was den anderen verletzt, welche Wahrheiten er nicht hören möchte. Sie sind vertraut und trotzdem erschreckend weit voneinander entfernt. Das berührt. </p>
<p>Nico Helmingers Figuren sind arbeitslos, Asyl suchend und pflegebedürftig, ihre Zufluchtsorte eine Consulting-Firma, das Internet, Schönheitsoperationen, die Kunst, der Tod – Orte, die Schein einlösen, aber Sein versprechen. Beschäftigung schafft Ablenkung, aber keinen Sinn. Freundlichkeit, soziale Konventionen, die Arbeit, jegliche Art der Kommunikation wird zum Selbstverwirklichungs- und Überlebenszweck.</p>
<p>Zwar erkennen die Figuren, dass es nicht gelingen kann »die Seele durch eine Po-Straffung zu erneuern«. Sie wissen: »Nicht, was wir erleben, sondern wie wir empfinden, was wir erleben, macht unser Schicksal aus.« Dass der Moment zählt. Aber die Konsequenzen können sie nicht ziehen. Bis zu dem Moment, in dem eine von ihnen das Unaussprechbare äußert: Dass sie nicht mehr kann.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3030" title="Versuchen, Nähe herzustellen: Die Schauspieler Gintare Parulyte (von links), Nickel Bösenberg und Brigitte Urhausen. " src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_3890-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Der klangvolle Stücktitel »Zu schwankender Zeit an schwankendem Ort« stammt aus einem Fragment des römischen Dichters und Philosophen Lukrez. »Lukrez beschreibt darin eine winzige Abweichung in der Bewegung von Atomen (Die alten Philosophen beschäftigten sich tatsächlich schon mit Atomen, Anmerkung der Redaktion)«, erklärt Helminger. »Sie ist wichtig, damit sie nicht ins Bodenlose fallen.«</p>
<p>Er sieht darin eine Analogie zum Leben. »Auch die Menschen suchen nach Dingen, an denen sie sich in der Zerbrechlichkeit und Komplexität des Lebens festhalten können. Nach Authentizität, Augenblicken, zu denen sie sagen möchten: ›Verweile doch, du bist so schön.‹ «</p>
<p>Seine Figuren versuchen, in einer Welt mit klar definierten gesellschaftlichen Zielen klarzukommen und das Gesicht zu wahren. Von Tempo und Druck getrieben, verlieren sie das Gleichgewicht und die Kontrolle über ihr Leben und ihre angepassten Identitäten. »Sie gehen daran kaputt und wollen es nicht wahrhaben«, sagt Simon. »Aber es geht nicht ums Aufgeben, sondern ums Weitermachen, es geht darum, zu sein. Zu wissen, was ist, und nicht, was sein soll. Das aber ist kein Drama, das ist das Leben.« </p>
<p><em>Autorin: Julia Osterwald, Fotos: Dirk Kirchberg</em></p>
<p><strong>Der Autor: Nico Helminger</strong></p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3033" title="Der Autor des Stückes: Der Luxemburger Nico Helminger." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_3869-682x1024.jpg" alt="" width="155" height="219" /></p>
<p><em>Nico Helminger studierte nach dem Abitur 1972 Germanistik, Romanistik und Theaterwissenschaft in Luxemburg, Saarbrücken, Wien und Berlin. 1980 zog er nach Paris, wo er bis 1984 als Gymnasiallehrer für Deutsch und Geschichte arbeitete. Ab 1984 ist er als freier Schriftsteller mit Wohnsitz in München, Heidelberg, Paris und Luxemburg tätig. Seit 1999 lebt er in Esch/Alzette.</em></p>
<p><em>Helminger veröffentlichte sozialkritische Dramen, wie Miss Minett und de schantchen, in denen er die psychologischen Verkümmerungen und sozialen Defizite der Minetteregion aufzeigte. In anderen Stücken (kitsch, läschten eens käe liewen) und Kurzgeschichten (de john grün, dout am bushaischen) thematisiert er innerfamiliäre Gewalt, Orientierungs- und Hoffnungslosigkeit als Symptome einer als unmenschlich empfundenen, sinnleeren Leistungsgesellschaft. Diese Symptome sind zurückzuführen auf eine Verdrängung von politisch und gesellschaftlich heiklen Fragen, wie dem Zweiten Weltkrieg (Patton &amp; Co) und der Macht von Kirche und Medien (einer blättert im fahndungsbuch).</em></p>
<p><em>In seinen späteren Werken (z.B. in eigener säure, grenzgang) setzt Helminger verstärkt lyrische, intertextuelle und fremdsprachliche Elemente ein.</em></p>
<p><strong>Die Regisseurin: Anne Simon</strong></p>
<p><strong> <img class="alignnone size-large wp-image-3048" title="Inszeniert Helmingers Stück: Die Regisseurin Anne Simon." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/IMG_3986-682x1024.jpg" alt="" width="157" height="223" /></strong></p>
<p><em> (hier kommt in Kürze ein Text, Anmerkung der Redaktion)</em></p>
<p>Zu sehen ist »Zu schwankender Zeit an schwankendem Ort« am 16. und 17. Mai jeweils um 20 Uhr im Theaterzelt in Recklinghausen. Premiere ist am 15. Mai um 20 Uhr. Karten gibt es montags bis freitags von 9 bis 19 Uhr sowie sonnabends von 10 bis 14 Uhr persönlich bei der Kartenstelle der Ruhrfestspiele Recklinghausen, Martinistr. 28 (am Hauptbahnhof, gegenüber der Zufahrt zur Tiefgarage) sowie unter  Telefon (0 23 61) 92 18-0 bzw. Telefax (0 23 61) 92 18-18 und per E-Mail unter <a href="mailto:kartenstelle@ruhrfestspiele.de">kartenstelle@ruhrfestspiele.de</a> oder <a href="mailto:info@mbee.de">info@mbee.de</a>.</p>
<p> Aktuelles, Programminformationen, Sitzpläne und Bestellformulare sind im Internet unter <a href="http://www.ruhrfestspiele.de">www.ruhrfestspiele.de</a> zu finden.</p>
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		<title>Hochdeutsch dank Stift im Mund</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 13:58:49 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[»Grüß Gott, mei Nam isch . . .« Nicht jeder steht auf Schwäbisch, Sächsisch und Co. Manchen Menschen ist es sogar regelrecht peinlich, im Einstellungsgespräch oder Vortrag zu offenbaren, dass sie richtig was können – nur kein Hochdeutsch. Doch das lässt sich ändern. In speziellen Sprachschulen. Spätestens bei seinen beiden spanischen Kollegen ist Thomas Schnabel mit seinem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-large wp-image-3057" title="Dialekttrainerin Ariane Willikonsky macht es vor: Mit speziellen Übungen lässt sich Hochdeutsch spielerisch lernen." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/35_A_Schule_fuer_Hochdeutsch-32-1024x682.jpg" alt="" /></strong></p>
<p><strong>»Grüß Gott, mei Nam isch . . .« Nicht jeder steht auf Schwäbisch, Sächsisch und Co. Manchen Menschen ist es sogar regelrecht peinlich, im Einstellungsgespräch oder Vortrag zu offenbaren, dass sie richtig was können – nur kein Hochdeutsch. Doch das lässt sich ändern. In speziellen Sprachschulen.</strong></p>
<p><span id="more-3055"></span></p>
<p>Spätestens bei seinen beiden spanischen Kollegen ist Thomas Schnabel mit seinem Schwäbisch am Ende. »Die beiden können schon recht gut Deutsch«, sagt der Chemie-Doktorand des Stuttgarter Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung, »trotzdem muss ich alles zwei- oder dreimal sagen.« Weil Schnabel vermutet, dass das weniger am Deutsch der Spanier als an seinem liegt, geht er jetzt zur Sprachschule.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3058" title="Jonathan Gottwald ist Sprachlehrer beim Stuttgarter Fon-Institut." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/35_D_Schule_fuer_Hochdeutsch-5-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>In Kapuzenpulli mit Aufdruck steht er in einem hell eingerichteten Klassenraum des <a href="http://www.foninstitut.de/" target="_blank">Stuttgarter Fon-Instituts</a>. Eine Hand etwas verlegen in der Hosentasche, den Daumen der anderen im Mund. So muss er die Zähne beim Reden weit auseinander nehmen. »Eins, zwei, drei, vier«, spricht er seinem Lehrer Jonathan Gottwald nach. Dann ohne Finger und schon klingt das kehlige, enge Schwäbisch einen daumenbreit offener und klarer. »Ich habe den Eindruck, dass ich den Kiefer mehr bewege«, stellt Schnabel fest, »und schärfer spreche.«</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3059" title="Sprachlehrer Jonathan Gottwald (von links) hilft Thomas Schnabel dabei, sein Hochdeutsch aufzupolieren." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/35_E_Schule_fuer_Hochdeutsch-22-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Und weil das so gut klappt, kriegt er die Hausaufgabe, jeden Tag 30 Sekunden zu üben. Schnabel ist auch mit schwäbischer Sprachfärbung gut zu verstehen und Wortungetüme wie Breschdlingsgsälz für Erdbeermarmelade würden ihm in hochdeutscher Umgebung niemals rausrutschen.</p>
<p>Zu Hause bei seinen Eltern oder in seinem Musikverein Plüderhausen spricht er aber gern Dialekt. Wie die meisten, die sich beruflich auf überregionalem Parkett bewegen, möchte er jedoch gern umschalten können: zu Hochdeutsch ohne starke Färbung.</p>
<p>Das ist gut für Ariane Willikonsky, die 2003 nach eigenen Angaben als Erste im Land eine spezielle Hochdeutsch-Schule aufgebaut hat. »Ich trainiere den Dialekt natürlich nicht ab«, sagt sie, »man verlernt ja auch nicht Englisch, wenn man eine neue Sprache lernt.« Im Gegenteil. Sie bringe ihren Kunden deren Dialekt sogar näher, weil diese ihn durch die Kurse besser kennenlernten.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3062" title="Ariane Willikonsky 2003 die nach eigenen Angaben erste spezielle Hochdeutsch-Schule im Land aufgebaut. " src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/35_B_Schule_fuer_Hochdeutsch-38-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>War vor einigen Jahrzehnten Dialekt im Beruf noch völlig verpönt, wird er heute in leichter, verständlicher Variante je nach Situation sogar bewusst eingesetzt. Wenn Bodenständigkeit gefragt ist etwa oder – gerade im Zeitalter virtueller und globaler Begegnungen – Heimatgefühl oder Authentizität. »Revolution« nennt die Schulleiterin die digitale Kommunikation, weil sich Dialekt in SMS, Twitter und Facebook nun sogar schriftlich verbreitet.</p>
<p>Einen Bürgermeister vom Land, der Hochdeutsch lernen wollte, hat sie weggeschickt. Manchmal ist ein Dialekt nämlich eher von Vorteil. »Reine Hochdeutschsprecher kriegen manche Jobs nicht«, sagt sie und lacht, »einen Dachdeckerbetrieb in Horb sollten sie nicht eröffnen.«</p>
<p>Da hilft auch kein Kurs: Sich einen Dialekt anzutrainieren kann man praktisch vergessen und anders als etwa in Italien reagieren Dialektsprecher hierzulande recht gereizt auf Nachahmer – genauso wie Hochdeutschsprecher auf schlecht nachgemachtes Hochdeutsch.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3063" title="Nicht immer ist Hochdeutsch gefragter als Dialekt, weiß Sprachleherin Ariane Willikonsky. Manchmal ist es genau umgekehrt." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/35_C_Schule_fuer_Hochdeutsch-25-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Je intellektuell anspruchsvoller oder überregional ausgerichtet eine Arbeit ist, desto eher wird Hochdeutsch erwartet. Vor allem Männer in gehobener Position zwischen 35 und 50 Jahren kommen in Willikonskys Kurse. Während Frauen Hochdeutsch oft für sich selbst lernen, rechnen Männer sich einen Vorteil im Beruf aus. Oder ihr Chef. Nicht selten schickt der die Klienten.</p>
<p>Einfacher ist es aber, wenn der Lernende aus eigenem Interesse kommt. So wie Klaus Hörmann. Der 37-Jährige hat eine Firma für dekorative Betonoberflächen und spricht als Lehrbeauftragter der Berliner Steinbeis-Hochschule oft vor überregionalem und internationalem Publikum. Er kommt aus der Nähe von Leutkirch im Allgäu. Genauso hat er auch gesprochen. Früher.</p>
<p> »Es geht nicht, dass man Dialekt spricht, wenn man bundesweit unterwegs ist«, sagt er mit minimalem schwäbischem Einschlag. »Ich möchte meine 50, 60 Vorträge im Jahr gut machen. Dazu gehört auch gute Sprache.«</p>
<p>Aus Erfahrung weiß er, dass Zuhörer einen Redner mit starkem Dialekt oft für weniger kompetent halten. »Ich denke mir ja auch meinen Teil, wenn ich im Radio jemanden so reden höre«, gibt er zu. Einen GruppenWorkshop besuchte er 2008 im Fon-Institut, später nahm er Einzelstunden.</p>
<p>Und war erstaunt, wie schnell sich etwas veränderte und lernte seinen Dialekt sogar besser kennen. Loswerden will Hörmann ihn aber nicht. »In Gesprächen nehme ich wahr, dass die Leute gern hören, woher man kommt«, sagt er.  »Meine beiden Kinder sollen einmal beides können. Es ist schade, dass in der Region immer weniger so gesprochen wird.«</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3060" title="Thomas Schnabel freut sich: »Jetzt klingt's schon weniger komisch als eben.«" src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/35_F_Schule_fuer_Hochdeutsch-14-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Hochdeutsch-Neuling Thomas Schnabel übt derweil noch vor dem Ganzkörperspiegel, »a« zu sagen, ohne die Lippen zu einem breiten Schwabenmund zu verziehen. »Barbara saß am Abhang.« Sieht ganz normal aus, auch mit deutlich geöffneten Mund. Und noch einmal das stimmhafte »s«. Die Hand am Kehlkopf spürt er seine Stimmbänder im richtigen Moment vibrieren.</p>
<p>»Jetzt klingt‘s schon weniger komisch als eben«, sagt er zufrieden. Auch der Trainer lobt ihn: »Du bist ein Naturtalent«, sagt er und lacht. Noch hat Thomas Schnabel keinem von dem Kurs erzählt. Aber wenn er nun für ein paar Wochen regelmäßig kommt, werden seine Kollegen es schon merken.     </p>
<p><em>Autorin: Dagny Riegel, Fotos: Carsten Büll</em></p>
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		<title>Glühende Proben</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 13:58:40 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Karsten Bösch (41) ist Verfahrenskontrolleur bei der Trimet Aluminium AG in Hamburg. Wir haben ihn an seinem Arbeitsplatz besucht. »Ich bin durch einen glücklichen Zufall vor 19 Jahren zu den Hamburger Aluminiumwerken gekommen, zunächst als Urlaubsvertretung in der Tagesschicht. Dann habe ich in der Elektrolyse im Schichtbetrieb fest angefangen. Nach drei Jahren kam ich zur Verfahrenskontrolle. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-large wp-image-3012" title="Weite Wege: In den 600 Meter langen hallen stehen insgesamt 270 Aluminiumöfen." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/igbce_trimet_05-1024x768.jpg" alt="" /></strong></p>
<p><strong>Karsten Bösch (41) ist Verfahrenskontrolleur bei der <a href="http://www.trimet.de/" target="_blank">Trimet Aluminium AG</a></strong><strong> in Hamburg. Wir haben ihn an seinem Arbeitsplatz besucht.</strong><span id="more-3011"></span></p>
<p>»Ich bin durch einen glücklichen Zufall vor 19 Jahren zu den Hamburger Aluminiumwerken gekommen, zunächst als Urlaubsvertretung in der Tagesschicht. Dann habe ich in der Elektrolyse im Schichtbetrieb fest angefangen.</p>
<p>Nach drei Jahren kam ich zur Verfahrenskontrolle. 2006 wurde die Aluminiumhütte stillgelegt und von der Trimet gekauft und wieder angefahren. Mitarbeiter mit Erfahrung wurden dabei zuerst wieder eingestellt – und die hatte ich ja.</p>
<p>In der Verfahrenskontrolle macht man nicht jeden Tag die gleiche Arbeit, hier muss jeder alles können. Ich laufe dabei durch das ganze Werk. Insgesamt 270 Aluminiumöfen stehen in drei Hallen.</p>
<p>Die Hallen sind 600 Meter lang, da kommen täglich einige Kilometer zusammen. In den Öfen wird im Elektrolyseverfahren Flüssigaluminium aus Aluminiumoxid hergestellt.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3013" title="Zweimal wöchentlich werden von jedem Ofen Metallproben entnommen und deren Reinheit getestet." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/igbce_trimet_01-1024x768.jpg" alt="" /></p>
<p>Zweimal die Woche nehmen wir von jedem Ofen Metallproben, um die Reinheit zu testen. Der 950 Grad heiße, flüssige Stoff wird mit einer Kelle in die Probenkokille gegossen. Die Zusammensetzung testet mein Kollege am Funkenspektrometer, aber wenn er keine Zeit hat, mach ich das auch schon mal.</p>
<p>Bei Auffälligkeiten müssen wir wieder ran und zusätzliche Messungen machen. Auch von jedem Tiegel Flüssigaluminium für den Verkauf wird eine Probe genommen.</p>
<p>Unser Hauptabnehmer sind die Hydro-Aluminiumwerke auf dem gleichen Grundstück. In diesen Tagen fahren wir den 100 000. Tiegel rüber. Ich packe bei allen Arbeiten mit an, auch beim Transport, wenn mal ein Fahrer fehlt. Es macht mir Spaß, mit vielen der insgesamt gut 300 Kollegen Kontakt zu haben. Zusätzlich engagiere ich mich noch in der Abteilung als Sicherheitsbeauftragter und Ersthelfer.</p>
<p>Unsere Hütte verbraucht so viel Strom wie die Stadt Lübeck an einem Tag. Wie sich die Energiewende auf den Strompreis auswirkt, das ist deshalb unsere größte Sorge.«  </p>
<p><em>Aufgezeichnet von Sigrid Thomsen, Fotos: Martin Schlüter</em></p>
<p><strong>Das Berufsbild</strong></p>
<p><em>Beschäftigte in der Verfahrenskontrolle nehmen Materialproben und decken Fehler im Produktionsprozess auf.<br />
</em></p>
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		<title>Höschen für die Welt</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 13:58:28 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Bei der Firma Ontex in Mayen laufen bis zu sieben Millionen Windeln jeden Tag vom Band. Nicht nur für Deutschland – das bunte Hightech-Hygieneprodukt ist weltweit gefragt. Ohne Ohropax in allen Varianten geht es nicht. Was man als Besucher der Firma Ontex zunächst als das »übliche Muss an Werksicherheit« leichtfertig abtut, macht sich spätestens beim [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-large wp-image-2999" title="Bis zu sieben Millionen Windeln produziert die Firma Ontex täglich." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/21_A_Ontex-IGBCE-35-1024x682.jpg" alt="" /></strong></p>
<p><strong>Bei der Firma Ontex in Mayen laufen bis zu sieben Millionen Windeln jeden Tag vom Band. Nicht nur für Deutschland – das bunte Hightech-Hygieneprodukt ist weltweit gefragt.</strong><span id="more-2996"></span></p>
<p>Ohne Ohropax in allen Varianten geht es nicht. Was man als Besucher der Firma Ontex zunächst als das »übliche Muss an Werksicherheit« leichtfertig abtut, macht sich spätestens beim Gang in die Produktion mehr als bezahlt. 1500 Meter lange Zellstoffrollen rattern in Sekundenschnelle in den Produktionsprozess, Rohre saugen unaufhörlich an dem in 1000-Kilo-Säcken verpacktem Superabsorber.</p>
<p>Dieses Wundermittel ist der wohl wichtigste Bestandteil jeder Windel: Der Superabsorber nimmt Flüssigkeit auf wie ein Schwamm. Hinzu kommt jede Menge zerkleinerter Zellstoff und bis zu 15 weitere Rohstoffe: Leim, der die einzelnen Komponenten miteinander verklebt. Elastische Fäden, die den Bündchen der Windel Stabilität verleihen. Klettverschlüsse, die das kleine und große Geschäft sicher verschließen. Ohne die Hilfe der Chemieindustrie geht auch bei der Windel nichts.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3001" title="Im Materiallager sind die großen Zellstoffrollen untergebracht." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/23_A_Ontex-IGBCE-18-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Was jedoch nach Einheitsrezept klingt, ist es nicht: Jede Windel ist anders. Das weiß man bei Ontex ganz besonders, gehört das Unternehmen doch zu den weltweit führenden Herstellern von Handelsmarken – jene Produkte, die Handelsunternehmen, insbesondere Discounter, unter ihrem eigenen Label vermarkten. Unter anderem lassen bei Ontex renommierte deutsche, französische und englische Lebensmittel- und Drogeriehändler produzieren.</p>
<p>»Das führt natürlich zu einer gewissen Abhängigkeit«, sagt Betriebsratsvorsitzender Rolf Schultz. Gerade im deutschen Einzelhandel gäbe es einen brutalen Wettbewerb. So lassen die Handelskonzerne ihre Lieferverträge mit Ontex teils nur noch über sechs Monate laufen, um bei Bedarf nachverhandeln zu können. Sie wissen um die Windelwerke in Tschechien und Polen, die das dort günstigere Lohnniveau für ihre Zwecke nutzen. »Wir haben Gott sei Dank aus unserer Unternehmenshistorie heraus den Vorteil, flexibel und schnell auf neue Kundenwünsche reagieren zu können«, sagt Schultz.</p>
<p>Schließlich habe man einen Teil der Produktionsstraßen selbst entwickelt, als das Werk 1979 gegründet wurde. Das so von Anfang an erworbene Produktions-Know-how sei wertvoll, um etwa schnell an Innovationen der Marktführer anzuschließen. Bestes Beispiel dafür sind die 2007 eingeführten Windeln mit »elastischen Stretchohren«.</p>
<p>Sie dehnen und ziehen sich zusammen, je nach Bauchaktivität des Kindes. Der hauseigene Vertrieb unterbreitet den Kunden zudem regelmäßig Ideen, die Produkte mit bekannten Comic- oder Lizenzfiguren als limitierte Sonderaktion zu bedrucken. Darauf legen die Auftraggeber inzwischen großen Wert.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3000" title="Heute wiegt eine Windel so viel wie zwei Briefe. Qualitätskontrolleurin Petra König hat ein Auge darauf." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/22_A_Ontex-IGBCE-10-1024x682.jpg" alt="" /></p>
<p>Qualitätskontrolleurin Petra König arbeitet seit 26 Jahren bei Ontex und erinnert sich, dass »damals die Windeln einfach nur weiß und mehrere Zentimeter dick waren«. Heute wiegt eine nur noch so viel wie zwei Briefe, ist teils knallig bunt und in einigen steckt sogar eine Hightechapplikation wie der »Nässeindikator«: Mütter und Väter wissen so, dass sie bei mehreren verfärbten Sternchen die Windel wechseln sollten.</p>
<p>Neben der optischen Qualitätskontrolle prüfen die Beschäftigten im Labor, ob jede Charge einwandfreie Saugfähigkeit gewährleistet – mit einem einfachen, standar-<br />
disierten Test: Laborant Pierre Prüm bringt Flüssigkeit auf die Windel auf, wartet 20 Minuten lang, legt dann ein Filterpapier darauf und presst die Windel im Anschluss<br />
wenige Sekunden lang mit einem Vier-Kilo-Block. Das passiert dreimal hintereinander.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-3005" title="Laborant Pierre Prüm testet die Windeln auf ihre Undurchlässigkeit." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/23_B_Ontex-IGBCE-171-1024x1024.jpg" alt="" /></p>
<p>»Wir müssen das Baby bestmöglich ›imitieren‹ «, erklärt er. »Es verrichtet nun mal mehrere Male hintereinander sein Geschäft, setzt sich vielleicht zwischendurch.« Wenn Prüm nach der Prozedur das Filterpapier wiegt, entscheidet sich je nach Gewicht, ob er die Partie zur Auslieferung freigeben kann.</p>
<p>»Die Gründung eines Betriebsrates vor 21 Jahren war schwierig«, erzählt Schultz. Der Inhaber habe sich dagegen gesträubt und ihm und seinen Kollegen Steine in den Weg gelegt. Inzwischen befindet sich Ontex im Besitz von Finanzinvestoren, »für die nun mal leider nur die Rendite zählt.« Man habe sich aber damit arrangiert, sieht es sogar als Vorteil, dass nun auch in der Geschäftsführung Arbeitnehmer sitzen.</p>
<p>Trotzdem ist Werner Ternes froh, dass eine Tugend bis heute ungeschriebenes Gesetz geblieben ist. »Alle Mitarbeiter, die was geworden sind, haben als Praktikanten bei uns angefangen«, sagt der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. Das bedeutet: Beim Verpacken der Windeln.</p>
<p><em>Autor: Axel Stefan Sonntag, Fotos: Carsten Büll</em></p>
<p><strong>Das Unternehmen</strong></p>
<p><em>Die </em><a href="http://www.ontexglobal.com/" target="_blank"><em>Firma Ontex</em></a><em> in Mayen bei Koblenz wurde 1979 als Familienunternehmen unter dem Namen Jürgen Wirths Hygiene GmbH gegründet. 2002 übernahm der bel-<br />
gische Papierhygienekonzern Ontex 100 Prozent der Anteile des Betriebes. Ontex ist weltweit führender Hersteller von Produkten in den Bereichen der Baby-, Damen- und Erwachsenenhygiene. Das Mayener Werk produziert die größte Menge an Windeln innerhalb des Konzerns und beschäftigt 500 Mitarbeiter – etwa 300 davon in der Produktion –, die rund um die Uhr im Schichtbetrieb arbeiten. Pro Tag werden so bis zu sieben Millionen Windeln hergestellt, etwa die Hälfte geht in den Export. Die bekannteste Ontex-Marke ist Moltex.</em></p>
<p><em> </em></p>
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		<title>Der Mai ist gekommen &#8211; und die neue Ausgabe von KOMPAKT ist da</title>
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		<pubDate>Fri, 04 May 2012 13:58:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>julia.osterwald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pünktlich zu den ersten Maitagen hat sich nicht nur der Sommer blicken lassen, auch die neue KOMPAKT ist druckfrisch in euren Briefkästen und Betrieben eingetroffen. Darin haben wir uns in diesem Monat in unserer Titelgeschichte, aus gebenem Anlass, mit dem Thema Chemietarifrunde beschäftigt. Wir haben im Rahmen unserer Betriebsreportage zugesehen, wie die Firma Ontex in Mayen Höschenwindeln [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pünktlich zu den ersten Maitagen hat sich nicht nur der Sommer blicken lassen, auch die neue KOMPAKT ist druckfrisch in euren Briefkästen und Betrieben eingetroffen. Darin haben wir uns in diesem Monat in unserer Titelgeschichte, aus gebenem Anlass, mit dem Thema <a href="http://www.kompakt.igbce.de/2012/05/07/flexibel-wie-beton/" target="_blank">Chemietarifrunde</a> beschäftigt. Wir haben im Rahmen unserer <a href="http://www.kompakt.igbce.de/?p=2996&amp;preview=true" target="_blank">Betriebsreportage</a> zugesehen, wie die Firma Ontex in Mayen Höschenwindeln buchstäblich am laufenden Band produziert und Verfahrenskontrolleur Karsten  Bösch an seinem<a href="http://www.kompakt.igbce.de/?p=3011&amp;preview=true" target="_blank"> Arbeitsplatz bei der Trimet Aluminium AG in Hamburg</a> besucht. Wir haben Menschen mit Dialekt begleitet, die <a href="http://www.kompakt.igbce.de/?p=3055&amp;preview=true" target="_blank">Hochdeutsch lernen</a> möchten, und sind den langen Weg nach Luxemburg gefahren, um dort, noch vor dessen Uraufführung, bei einer Probe zu einem exklusiv für die<a href="http://www.kompakt.igbce.de/?p=3025&amp;preview=true" target="_blank"> Ruhrfestspiele Recklinghausen</a> geschriebenen Stück dabei zu sein. Außerdem haben wir auf den Zusammenschluß der drei großen europäischen Industriegewerkschaften Mitte Mai vorausgeschaut und zwei Doppelseiten mit Tipps zusammengestellt: Wir haben genau hingeguckt, was sich hinter den von Ärzten angebotenen sogeannten IGeL-Leistungen verbirgt und wir haben acht Gründe zusammengestellt, warum es sich lohnt, <a href="http://www.kompakt.igbce.de/2012/05/03/im-studium-gut-beraten/" target="_blank">als Student Mitglied in der IG BCE</a> zu sein. Und natürlich gibt es darüberhinaus wieder vieles andere mehr.</p>
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		<title>Im Studium gut beraten</title>
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		<pubDate>Thu, 03 May 2012 13:59:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sarah Heidel</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwei Drittel aller Studenten müssen neben dem Studium arbeiten. Doch nur wenige angehende Akademiker sind Mitglied in der Gewerkschaft. Warum es sich aber auch im Studium lohnt, die IG BCE an seiner Seite zu haben, hat kompakt in acht Punkten zusammengestellt. 1. Tipps und Unterstützung beim Berufseinstieg Die IG BCE kennt sich in den Betrieben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a rel="attachment wp-att-3078" href="http://www.kompakt.igbce.de/2012/05/03/im-studium-gut-beraten/38_a_333bjxcc/"></a></p>
<p style="text-align: center;"><a rel="attachment wp-att-3095" href="http://www.kompakt.igbce.de/2012/05/03/im-studium-gut-beraten/dirk-kirchberg_studierenohenabi-7/"><img class="size-large wp-image-3095   aligncenter" title="Im Studium gut beraten, Foto: Dirk Kirchberg" src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/05/Dirk-Kirchberg_Studierenohenabi-7-1024x682.jpg" alt="" width="614" height="409" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Zwei Drittel aller Studenten müssen neben dem Studium arbeiten. Doch nur wenige angehende Akademiker sind Mitglied in der Gewerkschaft. Warum es sich aber auch im Studium lohnt, die IG BCE an seiner Seite zu haben, hat <strong>kompakt</strong> in acht Punkten zusammengestellt.<span id="more-3056"></span></p>
<p><strong>1. Tipps und Unterstützung beim Berufseinstieg<br />
</strong>Die IG BCE kennt sich in den Betrieben ihrer Branchen aus. Durch ihre <a href="http://www.igbce.de/aktive/" target="_blank">Kontakte</a> zu Betriebsräten, Praktikern aus dem Beruf und Personalverantwortlichen kann sie Einblicke in das Berufsfeld vermitteln. Die Infos helfen bei der Berufsorientierung, Ausgestaltung eines Praktikums und dabei, sich im Arbeitsleben nicht über den Tisch ziehen zu lassen. Hierzu bieten wir Informationen zu Einstiegsgehältern, Tarifen und Arbeitsbedingungen.</p>
<p><strong><br />
2. Kostenlose Seminare und Weiterbildungsmöglichkeiten<br />
</strong>Mitglieder können an den <a title="IG BCE Bildungsangebot" href="http://www.igbce.de/themen/bildung/" target="_blank">Seminaren der IG BCE </a>kostenlos teilnehmen. Gerade im verkürzten Studium durch die neuen Bachelor- und Masterstudiengänge kommen wichtige Zusatzqualifikationen häufig zu kurz. Die IG BCE bietet spezielle Seminare, um inhaltlich über den Tellerrand zu schauen, sich ganz praktisch auf die künftige Berufstätigkeit vorzubereiten und das Studium besser bewältigen zu können. Dazu gehören auch Trainings zu Lernstrategien und Exkursionen in die Betriebe.</p>
<p><strong><br />
3. Studenten können an jeder Hochschule lernen, wie sie ein Unternehmen gründen, bekommen aber nirgends gesagt, welche Rechte sie als Arbeitnehmer haben<br />
</strong>Für die meisten Studierenden gehört Arbeiten schon zum Studium – schon allein, um dies zu finanzieren. Die IG BCE hat in der ganzen Bundesrepublik Bezirksbüros mit kompetenten <a title="Rechtsschutz" href="http://www.igbce.de/igbce/mitglied-werden/6512/rechtsschutz" target="_blank">Ansprechpartnern</a> vor Ort. Diese bieten den IG-BCE-Mitgliedern <a title="Rechtsberatung IG BCE" href="http://www.igbce.de/arbeit/recht/" target="_blank">Rechtsberatung und Rechtsschutz </a>in allen Fragen des Arbeits- und Sozialrechts. Nur wer seine Rechte kennt, kann sie auch selbstbewusst im Praktikum oder Nebenjob vertreten. Zudem können Arbeitsverträge und Arbeitszeugnisse überprüft werden. Darüber hinaus ist die IG BCE Teil des bundesweiten Beratungsnetzwerkes »<a title="students at work" href="http://www.dgb-jugend.de/studium/" target="_blank">students at work</a>«, das in vielen Hochschulen bundesweit auf dem Campus vertreten ist. Mit Hochschulgruppen, Hochschulinformationsbüros und Campus Offices bieten die Gewerkschaften kompetente Informationen vor Ort.</p>
<p><span><strong><br />
4. Die IG BCE  setzt sich für die Verbesserung der Studienbedingungen ein<br />
</strong></span>Wer studiert, will eine gute Lehre haben. Das Studium soll studierbar, die Anforderungen »schaffbar« sein. Die IG BCE setzt sich gemeinsam mit Studierenden und Lehrenden für Qualität im Studium und gute Lehr- und Lernbedingungen ein. Das Studium soll projektorientiert und interdisziplinär sein – deshalb mischt sich die Gewerkschaft in die Akkreditierung von Studiengängen ein. <a title="DGB Studium" href="http://www.dgb-jugend.de/studium" target="_blank">Studiengebühren</a> lehnen alle Gewerkschaften grundsätzlich ab, weil sie die Hürden vergrößern, ein Studium zu beginnen und den Zwang erhöhen, nebenbei zu arbeiten.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: &amp;amp;amp; font-size: 12pt; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE; mso-bidi-language: AR-SA;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><span style="font-family: &amp;amp;amp; font-size: 12pt; mso-fareast-font-family: 'Times New Roman'; mso-ansi-language: DE; mso-fareast-language: DE; mso-bidi-language: AR-SA;"><strong>5. Gewerkschaften ermöglichen mit einer eigenen Stiftung ein über Stipendien gefördertes Studium</strong></span></p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;">Die <a href="http://boeckler.de/index.htm" target="_blank">Hans-Böckler-Stiftung </a>bietet neben Stipendien für Studierende auch Möglichkeiten an, mit anderen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern in Kontaktzu kommen. Kritische Seminare und Projekte schaffen zudem Raum für die Erweiterung der eigenen Perspektiven. Wie man sich um ein Stipendium bewirbt und weitere Informationen zur Stiftung gibt es <a title="Hans-Böckler-Stiftung" href="http://boeckler.de/20.htm" target="_blank">hier</a>.</p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"> </p>
<p class="MsoNormal" style="margin: 0cm 0cm 0pt;"><strong>6. Profesionelle Beratung rund um Arbeiszeugnis und Arbeitsvertrag<br />
</strong>Das Unterzeichnen des ersten <a title="Arbeitsvertrag Tipps" href="http://www.igbce.de/arbeit/recht/rechtsratgeber/?categoryId=7380" target="_blank">Arbeitsvertrages</a> stellt meist die erste große Herausforderung dar. Ist dieser einmal unterschrieben, lässt sich in der Regel an den Bedingungen nicht mehr viel verändern. Deshalb bietet die IG BCE durch Veranstaltungen und Beratung die Möglichkeit, sich vor der Unterzeichnung zu informieren und den Arbeitsvertrag – oder auch das <a title="Arbeitszeugnis Tipps" href="http://www.igbce.de/arbeit/azubi-ratgeber/7142/arbeitszeugnis" target="_blank">Arbeitszeugnis</a> – auf  Stolpersteine hin zu überprüfen.</p>
<p><strong><br />
7. Die IG BCE setzt sich für faire Arbeitsbedingungen für Studenten ein<br />
</strong>Immer mehr Studierende sind darauf angewiesen, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu erwirtschaften. Die IG BCE arbeitet gemeinsam mit den Studierenden an guten und fairen Arbeits- und Studienbedingungen, die die Vereinbarkeit von Studium und Job ermöglichen.</p>
<p><strong><br />
8. Die Mitgliedschaft ist für Studenten fast kostenlos.<br />
</strong>Unabhängige Informationen haben ihren Preis. Damit Gewerkschaften in der Lage sind, junge Menschen auf dem Weg von der Hochschule ins Arbeitsleben zu begleiten und zu beraten, brauchen sie auch finanzielle Mittel. Dafür sind die <a href="http://www.igbce.de/igbce/mitglied-werden/6528/welche-leistungen" target="_blank">Mitgliedsbeiträge</a> da. Sie richten sich in der Höhe nach der individuallen Leistungsfähigkeit. Für Studenten liegt der Beitrag bei nur 1,02 Euro monatlich. Alle anderen Mitglieder der IG BCE zahlen rund ein Prozent ihres Einkommens.</p>
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		<title>Hilfe für Waisen in Not</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Apr 2012 10:03:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>julia.osterwald</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor 50 Jahren, am 25. April 1962, wurde die August-Schmidt-Stiftung mit dem Ziel gegründet, den Hinterbliebenen tödlich verunglückter Bergleute finanziell unter die Arme zu greifen.  Aus Anlass des besonderen Jubiläums haben wir auf die Anfänge der Stiftung und ihre Entwicklung bis heute geblickt. Es war der schwärzeste Tag in der Nachkriegsgeschichte des deutschen Bergbaus: Am 7. Februar 1962 [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><img class="alignnone size-large wp-image-2947" title="Fassungslos und traumatisiert: Diese Bergleute haben die gewaltige Explosion unter Tage überlebt." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/04/27_A_nachklapp_grubenunglueck_luisenthal-29-A-1024x739.jpg" alt="" /></strong></p>
<p><strong>Vor 50 Jahren, am 25. April 1962, wurde die August-Schmidt-Stiftung mit dem Ziel gegründet, den Hinterbliebenen tödlich verunglückter Bergleute finanziell unter die Arme zu greifen.  Aus Anlass des besonderen Jubiläums haben wir auf die Anfänge der Stiftung und ihre Entwicklung bis heute geblickt.<span id="more-2946"></span></strong></p>
<p>Es war der schwärzeste Tag in der Nachkriegsgeschichte des deutschen Bergbaus: Am 7. Februar 1962 riss um 07:50 Uhr auf der saarländischen Zeche Luisenthal unter Tage eine gewaltige Methangasexplosion 299 Bergleute in den Tod. Sie hinterließen 365 Halbwaisen und deren Mütter. </p>
<p>Unter dem Eindruck der Katastrophe beschloss der Vorstand der Industriegewerkschaft Bergbau und Energie (IGBE) wenige Tage später die Einrichtung der »<a href="http://www.august-schmidt-stiftung.de/" target="_blank">August-Schmidt-Stiftung</a>«. Sie wurde am 25. April 1962 mit Sitz in Bochum gegründet und sollte »den Hinterbliebenen im Bergbau tödlich verunglückter Arbeitnehmer Hilfe gewähren«. Benannt ist die Stiftung nach dem ersten Nachkriegsvorsitzenden der IGBE.</p>
<p>Stiftungszweck ist die Unterstützung von Waisen von Arbeitnehmern, die im Organisationsbereich der IG BCE in Ausübung ihres Berufes tödlich verunglückt oder an Unfallfolgen sowie an Silikose, Siliko-Tuberkulose, Asbestose, Asbestose mit Lungenkrebs oder Mesotheliom (Asbest) verstorben sind. Die Waisen erhalten vom 12. bis 27. Lebensjahr Beihilfen für ihre Aus- und Fortbildung.</p>
<p><img class="alignnone size-large wp-image-2948" title="Die Erinnerung bleibt: 1300 Menschen kamen am 7. Februar zur Gedenkfeier am Mahnmal in Luisenthal." src="http://www.kompakt.igbce.de/wp-content/uploads/2012/04/27_B_nachklapp_gedenk_DSCN5773-1024x768.jpg" alt="" /></p>
<p>»Unsere Unterstützung ist für viele Waisen immer noch sehr wichtig«, betonen Ernst-Otto Stüber, Vorsitzender des Kuratoriums, und Egbert Biermann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung: »Nach dem Verlust eines Elternteils können junge Menschen in materielle Not geraten. Bei minimalen Renten wird die finanzielle Hilfe dringend benötigt.«</p>
<p>139 Waisen half die Stiftung im Jahr 2010 – 72 Mädchen und 67 Jungen (im November 2011 haben wir in KOMPAKT über die Familie Freese berichtet, die die Stiftung unterstützt. <a href="http://www.youtube.com/watch?v=q--f61ri7TA" target="_blank">Hier</a> findet Ihr eine Slideshow zu unserem Besuch) . Sie stammen mehrheitlich aus den nordrhein-westfälischen Landesbezirken der IG BCE – an der Spitze der Landesbezirk Westfalen mit 73 Stipendiaten. Die Beihilfen finanziert die Stiftung durch Spenden, Zuschüsse, Erträgen aus dem Stiftungsvermögen und sonstigen Zuwendungen.</p>
<p><em>Autor: Axel Schappei, Fotos: Reiner Oettinger</em></p>
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